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Wettbewerb Kooperation. Konkret. 2019

Bild zeigt Schultasche mit Pokal

Foto: Dominik Schmitz - LVR-ZMB

„HIER ist Europa! Die europäische Idee vor Ort.“ – lautete das Motto des diesjährigen Wettbewerbs Kooperation. Konkret., der ganz im Zeichen der Europabildung in der Schule und an außerschulischen kommunalen Lernorten stand.

Seit 2006 zeichnet Bildungspartner NRW mit diesem Wettbewerb kommunale Bildungseinrichtungen und Schulen für besonders kreative und beispielhafte Kooperationsideen aus.

Gesucht wurden Kooperationskonzepte, die den europäischen Gedanken vor Ort in den nordrhein-westfälischen Städten, Kreisen und Regionen aufgreifen und ganz konkret das Bewusstsein für europäische Bezüge im Leben der Schülerinnen und Schüler schärfen. Drei Kooperationsvorhaben erhalten ein Preisgeld von jeweils 1000,- Euro und werden im Schuljahr 2018/19 umgesetzt.


Bild zeigt einen Koffer mit dem Label einer Europaschule in NRW

Foto: Andreas Weinhold | Bildungspartner NRW

Bild zeigt Schülerin mit T-Shirt, auf dem die Worte We Are Europe, Baby stehen

Foto: Andreas Weinhold | Bildungspartner NRW

Bild zeigt zwei Schülerinnen, die sich eine Europa-Flagge umgehängt haben

Foto: Andreas Weinhold | Bildungspartner NRW



Gewinnerbeiträge

Eurovision – Eure Vision!
Theater Dortmund | Europaschule Dortmund

„Eurovision – Eure Vision!“ – so lautet der motivierende Titel eines Kooperationsprojektes des Theaters Dortmund und der Dortmunder Europaschule. Schülerinnen und Schüler zweier Arbeitsgemeinschaften nehmen an einem Theaterworkshop zum Thema „Ich aus Europa oder nach Europa gekommen“ teil und schauen sich das vom Schauspiel Dortmund inszenierte Theaterstück „Ich, Europa“ an, das von der 1400 Jahre währenden Liebes- und Leidensgeschichte zwischen muslimischen und christlichen Welten erzählt. Anschließend entwickelt eine der beiden Arbeitsgemeinschaften eine Szenencollage zur Identitätsfindung in Europa, während die andere Arbeitsgemeinschaft einen französischsprachigen Song mit „Visionen für Europa“ komponiert und arrangiert. Beides, Szenencollage und Song, werden mit Unterstützung des Theaters zur Aufführungsreife gebracht und einem Publikum präsentiert. Organisation und Disposition im Theater übernimmt eine in das Projekt eingebundene FSKJlerin.

Die Jury beeindruckte an dem Dortmunder Kooperationsprojekt besonders der hohe Anteil kreativer Aktivitäten auf Seiten der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. In einer Zeit grassierender Europaskepsis werden die Jugendlichen dazu motiviert, in eigener Sprache und eigenen Ausdrucksformen ihre Visionen von der Zukunft Europas in ein Bühnenprogramm zu übertragen. Mehr kann kulturelle Bildung kaum leisten: Nicht nur sammeln die Schülerinnen und Schüler komplexe organisatorische und technische Praxiserfahrungen bei der Produktion eines eigenen kulturellen Beitrages. Indem sie selbst zu Autorinnen und Autoren bzw. Komponistinnen und Komponisten werden, machen sie am klassischen Kulturort Theater die wichtige demokratische Erfahrung, dass kulturelle Teilhabe allen offensteht. Das ist umso verdienstvoller, als die Dortmunder Europaschule und das Theater neben Lernenden aus Darstellen-und-Gestalten-Kursen auch Schülerinnen und Schüler der Willkommensklassen für eine Mitwirkung motivieren wollen.

Heimat fühlen – Heimat finden?! Heimat im Kreis Steinfurt
Stadtbücherei Ibbenbüren | Jugendbildungsstätte Tecklenburg | Janusz-Korczak-Förderschule des Kreises Steinfurt

Unter dem Titel „Heimat fühlen – Heimat finden?! Heimat im Kreis Steinfurt“ ermöglicht das Kooperationsprojekt der Stadtbücherei Ibbenbüren und der Janusz-Korczak-Schule, einer Förderschule des Kreises Steinfurt, Schülerinnen und Schülern eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Konzept Heimat in einer von Mobilität und Zuwanderung geprägten europäischen Gesellschaft. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler konzipieren ein Leitfrageninterview zum Thema Heimat, führen es in der Schulgemeinschaft, mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg, mit Lernenden aus Integrationsklassen und mit Passantinnen und Passanten auf dem Ibbenbürener Wochenmarkt durch. Bei der filmischen Dokumentation der Ergebnisse unterstützt sie die Jugendbildungsstätte Tecklenburg. Die Begegnung mit europäischen Freiwilligen lässt die europäische Vielfalt greifbar werden.

Die Jury überzeugte besonders die Verknüpfung der europäischen Idee mit dem zurzeit viel diskutierten Heimatbegriff. Was bedeutet Heimat im europäischen Kontext? Was bedeutet sie in unserer Migrationsgesellschaft? Mit diesen komplexen gesellschaftspolitischen Fragen konfrontieren die Schülerinnen und Schüler ganz verschiedene Gruppen und Personen in ihrem Ibbenbürener Umfeld. In selbst entwickelten Interviews erkunden sie nicht nur das Potential einer regionalen Identität auf der Basis europäischer Grundwerte. Bei der Durchführung und filmischen Auswertung ihrer Interviews entwickeln sie zugleich kommunikative Fertigkeiten und wichtige Medienkompetenzen. Anerkennend hob die Jury zudem hervor, dass dieses anspruchsvolle, in hohem Maße schüleraktivierende Kooperationsprojekt dank seines mehrschrittigen Aufbaus nachhaltige Lernerfolge bei den Schülerinnen und Schülern verspricht. Auch die medienpädagogische Unterstützung durch die Bibliothek sowie der Kontakt mit europäischen Freiwilligen imponierte der Jury.

Sport vor Ort-Cup mit dem Thema „Bewegung in Europa“
Mülheimer Sportbund e.V. | Erich Kästner-Schule Mülheim an der Ruhr

Durch das Programm „Sport vor Ort“ des Mülheimer Sportbundes, Mülheimer Sportvereine und anderer kommunaler Einrichtungen können Schülerinnen und Schüler Mülheimer Grundschulen in außerunterrichtlichen Sportangeboten neben ihren motorischen Fertigkeiten Teamgeist und Sozialkompetenzen entwickeln. Der in Kooperation mit der Erich-Kästner-Schule ausgerichtete „Sport vor Ort-Cup“ steht in diesem Schuljahr im Zeichen der „Bewegung für Europa“. Die teilnehmenden Kinder absolvieren z. B. ein Bewegungsmemory über Europa, begegnen Sportbegriffen in den Herkunftssprachen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler und gehen den sportlichen Geschichten und Traditionen ihrer Herkunftsgesellschaften nach.

Das sportliche Kooperationsangebot hat die Jury vor allem dadurch überzeugt, dass es lernförderliche Bewegungsspiele mit einer Förderung europäischer Kompetenzen verbindet. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler lernen im fairen sportlichen Wettbewerb, dass Geschlecht, Alter, Religion, sozialer Hintergrund, nationale oder ethnische Herkunft hinter der Teamzugehörigkeit zurücktreten. Damit wird „Sport vor Ort“ zu einem Modell für das europäische Miteinander verschiedener Staaten und Gesellschaften, dessen Funktionieren von gegenseitigem Respekt, Konfliktfähigkeit und Solidarität abhängt. Anerkennung zollt die Jury der Einbindung des Programms in vorhandene kommunale Strukturen: das Stadtteilmanagement Heißen, ein Familiennetzwerk, das Bildungsnetzwerk, die Sozialagentur, der Mülheimer Sportservice und Sportvereine tragen gemeinsam zum Gelingen bei.

Presseinformation Wettbewerb 2019 (PDF, 314 KB)


Bild zeigt Handy, das ein Experiment filmt

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Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 16.Dezember 2018

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