Impulse für die Kooperation zwischen Bibliotheken und Schulen

Bibliotheken sind ideale Partner bei der Förderung von Lese-, Informations- und Recherchekompetenz und bieten breit gefächerte Medienunterstützung für Schule und Unterricht. Für jede Ausgangslage und jedes Ziel stehen unterschiedliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Bibliotheken und Schulen zur Verfügung.

Antolin,
Mit Antolin zum Lesen motivieren: Aus unzähligen Titeln können Schüler*innen ihren Lesestoff auswählen. Nach der Lektüre gilt es, Fragen zu beantworten und Punkte zu sammeln. So fördert Antolin das sinnentnehmende Lesen und motiviert, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen. Die Lehrkraft hat die Möglichkeit, über den eigenen Zugang Informationen zum Leseverhalten, der Leseleistung und dem Leseverständnis der Schüler*innen zu gewinnen und so individuelle Förderstrategien zu entwickeln. Bibliotheken unterstützen Schulen durch die Kennzeichnung von Antolin-Büchern im Bestand mit dem Raben-Aufkleber und die Bereitstellung von Bücherkisten. Lepion ist eine Website, die nach demselben Prinzip funktioniert.

Antolin

Ausbildung von Lesepaten und Vorlesern
Vorlesen öffnet Kindern die Welt des Buches. Deshalb bilden viele Stadtbibliotheken Lesepaten aus. In Kooperation mit Schulen können dies beispielsweise Eltern sein, die anschließend Vorleseaktionen in der Klasse mit gestalten. Aber nicht nur Erwachsene können Lesepaten werden. Auch Kinder können die entsprechende Qualifikation erhalten, um in unterschiedlichen Situationen als Vorleser*innen aktiv zu sein.

Autorenlesungen
Bibliotheken organisieren Kinder- und Jugendbuchlesungen, die von ganzen Klassen besucht werden können. Lehrkräfte werden bei der Vor- und Nachbereitung der Lesung von der Bibliothek unterstützt.

Einführung in die Bibliotheksnutzung
Altersgerechte Klassenführungen mit thematischen Schwerpunkten, die mit den Lehrkräften im Vorfeld abgestimmt und an den Unterricht angepasst werden, führen die Schüler*innen kreativ in die Bibliotheksnutzung ein. Geht es in der Grundschule noch darum, Medienvielfalt und die Bibliothek als Ort zu erkunden, werden die Kinder in den weiterführenden Schulen an die Informationsrecherche herangeführt. Häufig bieten Bibliotheken auch den Bibliotheksführerschein als Motivation für Grundschulkinder an.

Elternarbeit
Um über die Angebote und Möglichkeiten der Bibliothek zu informieren, können spezifische Elternabende durchgeführt werden. Auch Elternpflegschaftssitzungen können in der Bibliothek stattfinden. Eine Bibliotheksführung speziell für Eltern, eine Medienpräsentation, die den Eltern die Unterrichtslektüre näherbringt - es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Eltern bei Lesefördermaßnahmen einzubeziehen. Und nicht zuletzt ist es Ausdruck der gemeinsamen Arbeit, wenn die Bibliothek mit einem Stand beim Tag der offenen Tür der Schule vertreten ist.

Jungenleseförderung
Schulen, die sich besonders der Leseförderung von Jungen widmen, können von Bibliotheken durch zielgruppenspezifische Angebote unterstützt werden. Ein eigener Standort für Jungenlektüren, ein Verzeichnis mit Medien für diese Zielgruppe oder spezielle Lesetrolleys zum Einsatz in der Klasse bieten Kooperationsmöglichkeiten.

Leseaktionen und Wettbewerbe
Schulen und Bibliotheken verabreden eine Vielzahl von gemeinsamen Aktionen: Mediennächte, Ausstellungen, Medienrallyes, Bilderbuchkinos, Projektwochen, Vorlesewettbewerbe etc. Die Dauer und Häufigkeit solcher Aktionen variiert: Vom einmaligen einstündigen Bilderbuchkino bis zum Vorlesewettbewerb, der einmal jährlich an mehreren Tagen stattfindet, werden unterschiedlichste Formate realisiert.

Leseförderung mit dem Spiralcurriculum
Verabreden Schule und Bibliothek systematische, aufeinander aufbauende Lesefördermaßnahmen für mehrere Jahrgangsstufen, spricht man von Leseförderung mit dem Spiralcurriculum. Die altersgemäßen Leseaktivitäten werden für jeden Jahrgang gemeinsam entwickelt. Dabei werden die Rollen von Bibliothek und Schule klar definiert, so dass sich die Partner eng vernetzen können. Das Spiralcurriculum wird in der Regel fächerübergreifend angelegt.

Medienboxen, Medienverleih
Zu einem vereinbarten Thema stellt die Bibliothek verschiedene Medien zusammen und ergänzt diese auch auf Wunsch mit Begleitmaterial für die Lehrkraft. Die Medienbox wird für einen vereinbarten Zeitraum an die Klasse verliehen. Auch die Bereitstellung einer kleinen „Klassenbibliothek“ oder eines Klassensatzes ist für einen bestimmten Zeitraum möglich.

Medienkompetenzrahmen NRW: Partner bei der Umsetzung
In den Lehrplänen der Schulen ist Medienkompetenz auf Grundlage des Medienkompetenzrahmens NRW verankert. Er stellt eine verbindliche Vorgabe der Landesregierung zur Steigerung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen dar. Schüler*innen dokumentieren in diesem Rahmen systematisch ihre Medienkompetenzen. Viele Angebote von Bibliotheken passen sehr gut zu den Anforderungen des Medienkompetenzrahmens NRW - hier können Schulen von Bibliotheken unterstützt werden und eine Kooperation verabreden.

Medienkompetenzrahmen NRW

Medienpräsentationen in der Schule
Ob bei der Übergabe einer Medienbox oder zu einem anderen Anlass, Bibliothekarinnen und Bibliothekare stellen Medien auch gerne im Unterricht vor. Präsentiert werden Neuerscheinungen oder themenspezifische Angebote nach Absprache mit der Lehrkraft.

Online-Nachschlagewerk Munzinger Archiv
Die Datenbanken der Munzinger Archive zu den Wissensgebieten Personen, Sport, Pop, Länder, Chronik und Film bieten Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften geprüfte und aktuelle Informationen mit zitierfähigen Quellen. Viele Bibliotheken bieten einen kostenfreien Zugang für Schulen an und führen in die Datenbank-Recherche ein.

Munzinger

Recherchetraining
Wie recherchiert man Informationen, wie beurteilt man die gefundenen Quellen und wie verarbeitet man relevante Informationen zu neuem Wissen? Hierzu stellt die Bibliothek schulstufengerechte Unterrichtseinheiten zur Verfügung. Schüler*innen lernen Methoden für die Informationssuche im Internet, in Online- und Printmedien.

Schülercenter in der Bibliothek
Viele Bibliotheken haben einen speziellen Bereich für Schülerinnen und Schüler eingerichtet. Hier werden Lern- und Lektürehilfen, nach Fächern und Themen sortiert, bereitgestellt. Häufig stehen auch PC-Arbeitsplätze mit Textverarbeitungsprogramm und Internetzugang sowie Ausbildungs- und Bewerbungshilfen zur Verfügung. Auf diese Weise entsteht eine Arbeitsumgebung, die ideal für die Vorbereitung von Referaten und Hausarbeiten ist.

SommerLeseClub
Im SommerLeseClub der Stadtbibliotheken erhalten Kinder und Jugendliche, wenn sie in den Sommerferien mindestens drei Bücher gelesen, Geschichten gehört oder an einer Veranstaltung der Bibliothek teilgenommen haben, eine Urkunde. Bis zu fünf Personen können als Leseteam gemeinsam mitmachen. Über die Bücher / Hörbücher / Veranstaltungen wird ein Leselogbuch geführt, mit dem auch Rätsel und Aufgaben gelöst werden. Zudem gibt es eine Club-Abschlussparty mit spannenden Aktionen.

Sommerleseclub

Gemeinsam Digital! Kreativ mit Medien
Unterstützt werden Projekte mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 18 Jahren, denen der Zugang zu Bildung und zu Medien erschwert ist. Im Rahmen der geförderten Aktionen soll die Lust am Lesen geweckt und dazu angeregt werden, sich mit digitalen Medien kreativ auszudrücken. Zentral ist, dass die Teilnehmenden selbst kreativ arbeiten und die Vorhaben aktiv mitgestalten und umsetzen. Außerschulische Aktionen bilden dabei die Brücke von alltäglicher Mediennutzung zur Leseförderung und greifen die Interessen der Zielgruppe auf. Alle Projekte werden im Verbund mit Partnern aus mindestens drei Bereichen durchgeführt.

Gemeinsam Digital! Kreativ mit Medien

Unterricht in der Bibliothek
Zum Einstieg in ein neues Unterrichtsthema oder zur Erarbeitung bestimmter Themen im Rahmen eines Projektes kann der Unterricht auch in der Bibliothek stattfinden. Die Lehrkräfte bereiten die Unterrichtseinheit in enger Absprache mit der Bibliothek vor. Die Schüler*innen bearbeiten ihre Aufgaben mit allen in der Bibliothek verfügbaren Medien. Bibliothekar*innen sind während der Unterrichtseinheit Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler bei Fragen zur Recherchetechnik und den Nutzungsmöglichkeiten des Bibliotheksangebots.

Unterrichts- und Schulprojekte
Auch bei größeren Unterrichts- und Schulprojekten können Bibliothek und Schule zusammenarbeiten. Ob es um die Bereitstellung von Medien, einen Ortswechsel, die Ausstellung von Schülerarbeiten in der Bibliothek oder die Konzeption von speziellen Workshops geht – den Kooperationsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Unterrichtsangebote zu aktuellen Medienthemen (social media, Umgang mit Daten)
Datenschutz, Urheberrecht, Apps, Web 2.0-Angebote – das Internet stellt hohe Anforderungen an die Medienkompetenz von Schüler*innen. Bibliotheken bieten Medienkompetenzschulungen und die Unterstützung bei der Entwicklung von Unterrichtseinheiten an. In der Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule kann auch hier ein Spiralcurriculum für alle Schulstufen entstehen. Mithilfe des Lehrplankompasses, der zum Medienpass NRW entwickelt wurde, erhalten Schulen und Bibliotheken einen Überblick über die Kompetenzerwartungen in der Grundschule, den Klassen 5/6 und den Klassen 7-9/10.

Lehrplankompass NRW

Unterstützung bei der Einrichtung einer Schulbibliothek
Öffentliche Bibliotheken können Partner der Schulen beim Aufbau einer Schulbibliothek sein. Sie beraten Schulen bei Fragen zum Bestandsaufbau und zur Organisation.

Bildungspartner NRW ist eine vertragliche Zusammenarbeit des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes NRW und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe.