Fachtag »Gedenkstättenfahrten in der Praxis - Brücken in die Gegenwart bauen«
Termin: 19.03.2025
Ort: LVR-Zentrum für Medien und Bildung, Düsseldorf
Veranstalter: Bildungspartner NRW
Termin: 19.03.2025
Ort: LVR-Zentrum für Medien und Bildung, Düsseldorf
Veranstalter: Bildungspartner NRW
Gedenkstätten erfüllen zentrale Funktionen für die historisch-politische Bildung: Sie sind Orte der Forschung, der Begegnung, des Erinnerns und der Wertevermittlung. Der Fachtag widmete sich der Frage, welche dieser Funktionen für Schüler*innen besonders bedeutsam sind und wie Schulfahrten zu Gedenk- und Erinnerungsorten pädagogisch sinnvoll vorbereitet, begleitet und nachbereitet werden können – von der Grundschule bis zur Oberstufe.
Im Mittelpunkt standen praxisnahe Einblicke in
Prof. Dr. Christian Kuchler (Universität Augsburg) zeigte in seiner Keynote, wie groß die gesellschaftliche Bedeutung von Gedenkstättenfahrten ist – und wie wenig wir bislang über ihre tatsächliche Wirkung wissen. Anhand historischer Entwicklungen und aktueller Forschungsergebnisse machte er sichtbar, dass viele Fahrten vor allem eines leisten: Sie bestätigen Schüler*innen die Realität der historischen Verbrechen. Damit diese Exkursionen jedoch zu echten Lernanlässen werden, formulierte Kuchler vier zentrale Impulse:
Sein Fazit: Gedenkstättenfahrten können starke Lernmomente schaffen – wenn sie gut vorbereitet sind, den Ort ernst nehmen und unterschiedliche Zugänge zur Geschichte eröffnen.
In fünf praxisorientierten Workshops erhielten die Teilnehmenden Einblicke in konkrete Projekte und Methoden – von VR-gestütztem Lernen über Quellenarbeit mit jüngeren Kindern bis hin zu transnationalen Exkursionskonzepten. Gedenkstätten und Lehrkräfte stellten gemeinsam erprobte Formate vor, boten Einblicke in ihre Arbeit und diskutierten Herausforderungen wie Medienauswahl, Altersangemessenheit und emotionale Belastung.
Ein zentrales Element des Fachtags war der Markt der Möglichkeiten, auf dem zahlreiche Gedenkstätten, Bildungseinrichtungen und Partnerorganisationen ihre pädagogischen Angebote präsentierten. Die Teilnehmenden konnten niedrigschwellig Kontakte knüpfen, neue Lernorte kennenlernen und konkrete Materialien sowie Beratungsangebote für die Planung von Gedenkstättenfahrten mitnehmen. Die Vielfalt der Ausstellenden zeigte die breite erinnerungskulturelle Bildungslandschaft in NRW und bot Raum für neue Kooperationen und fachlichen Austausch.
Am Nachmittag informierten Saskia Elle (Bildungspartner NRW) und John Kessel (Ministerium für Schule und Bildung NRW) über die Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen für schulische Gedenkstättenfahrten und gaben einen kompakten Überblick über Voraussetzungen und Antragstellung.
Anschließend stellte Andreas Weinhold (Bildungspartner NRW) das digitale Vor- und Nachbereitungsangebot BipaLab.NRW vor – ein Tool, das Schulen bei der Reflexion und Dokumentation historisch-politischer Lernprozesse unterstützt.
Fotos: Jana Dasenbrock | LVR-ZMB
Mehr Informationen zur Planung und Förderung von Gedenkstättenfahrten finden Sie hier.
Andreas Weinhold
Archiv | Gedenkstätte und Schule
BipaLab.NRW
Saskia Elle
Museum und Schule
Förderung von Fahrten